
KREAKTIV’ler in den USA und UK
Aktuelles 0 KommentareAuslandsstudium und außeruniversitäres Engagement müssen sich nicht beißen. KREAKTIV Mitglieder teilen ihre Erfahrungen. Ein Bericht aus Münster, San Diego und Hull.
Auch im Wintersemester 2011 arbeitet KREAKTIV e.V. wieder mit einem engagierten Team an spannenden Projekten. Leider haben sich jedoch fünf Studenten für dieses Semester abgemeldet, zumindest physisch. Dennis Walheiser, Julian Schulz und Pascal Lange verbringen ihr viertes Semester in den vereinigten Staaten von Amerika. San Diego, Kalifornien heißt ihr Reiseziel. Verlassen hatten sie Deutschland bereits im Juli und studieren seit August an der San Diego State University. Enis Lütkenhöner und Maik Hille hat es dagegen nach England verschlagen. Sie studieren für ein Jahr an der University of Hull und können nach Abschluss des Bachelors an der FH Münster gleich zwei „degrees“ ihr Eigen nennen.
Dank Skype, E-Mail, Dropbox etc. bleiben die verlorenen Fünf vor Arbeit jedoch nicht verschont. Auch bei wichtigen Meetings werden sie, trotz neun Stunden Zeitverschiebung in Kalifornien, über Skype partizipieren.
San Diego, San Diego State University, USA
San Diego State University
- www.sdsu.edu
- 30.000 Studenten
- 1896 gegründet
San Diego
- 1.3 Millionen Einwohner
- Gründung: 1769
- „America’s Finest City“
Es berichten Dennis Walheiser, Julian Schulz und Pascal Lange
Im Flugzeug von Chicago O’Hare nach San Diego haben wir bereits erste Kontakte geknüpft. Wir unterhielten uns mit einem sympathischen Sitznachbarn. Es wurde etwas Smalltalk betrieben und über dies und das gesprochen. In San Diego angekommen gab er uns freundlicherweise seine Visitenkarte und verabschiedete sich mit den Worten: “… falls wir mal Hilfe benötigen oder hinter Gittern sitzen und einen bail out brauchen, wüssten wir ja wo wir uns melden könnten…”. Es stellte sich nach einer kurzen Internetrecherche heraus, dass unser Gesprächspartner President und COO eines biomedizinischen Unternehmens ist. Ein gelungener Auftakt, dachten wir uns.
San Diego, Point Loma
San Diego ist mit 1.3 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt im US-Bundesstaat Kalifornien. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 17,3 Grad Celsius und ist ein Grund warum die Stadt bei vielen Bewohnern so beliebt ist. Im August sind es warme 22 Grad, im Januar dagegen milde 14 Grad Celsius. Amerikanische Studenten und Professoren haben uns bestätigt, dass dieses Klima seines gleichen sucht und bezeichnen San Diego aufgrund dessen zu recht als „America’s Finest City“. San Diego ist circa zweieinhalb Stunden von Los Angeles und eine halbe Stunde von Tijuana in Mexiko entfernt.
An der San Diego State University studieren derzeit ungefähr 35.000 Studenten. Alleine 400 deutsche Studenten kamen über College-Contact.com an die Universität. Die Dunkelziffer wird dementsprechend höher liegen. Ob auf dem Campus, in San Diego Downtown oder im Restaurant um die Ecke, man stößt immer wieder auf Kommilitonen aus ganz Deutschland.
Die ersten Examen haben wir bereits hinter uns. Studienbegleitendes Lernen wird in Amerika nicht nur erwartet, sondern durch „Quizzes“ und „Mid-Terms“ auch überprüft. Drei Tage Universität in der Woche hören sich auf den ersten Blick nach wenig Arbeit an, aber der Eindruck täuscht. Es ist nicht einfach bei dieser Kombination aus Wetter und Strand, Bücher zu wälzen, gerade wenn man weiß, dass es in Deutschland regnet, dunkel ist, oder beides gleichzeitig. Prüfungsleistungen werden je nach Kurs sehr unterschiedlich erbracht. Mal sind es insgesamt drei Multiple-Choice Examen, ein anderes Mal ist es eine Mischung aus Fallstudien und Präsentationen die einzeln und in Gruppen bearbeitet werden.
Campus der San Diego State University
Das Lernen wird durch kompetente Dozenten und Lehrmethoden erleichtert. Der Kurs „Fundamentals of Entrepreneurship“ wird von einem sympathischen und engagierten Dozenten geleitet, der unter anderem das Startup-Marketing von Amazon.com entwickelt hat. Auf der anderen Seite, gibt es einen Investmentbanker der Deutschen Bank, der sehr praxisnah die Grundlagen des Investmentbankings erklärt.
San Diego bietet neben dem optisch ansprechenden Campus, viele Möglichkeiten Kontakte zu knüpfen. Das Fitnesscenter ist für internationale Studenten umsonst. Weiterhin gibt es viele verschiedene Studentenverbindungen. Pascal Lange und Julian Schulz sind der „American Marketing Association“ beigetreten, welche ähnlich wie KREAKTIV e. V., Projekte für Unternehmen abwickelt. Darüber hinaus gibt es auf den wöchentlichen Treffen Gastvorträge von lokalen Unternehmen.
Collegesport wird an der SDSU groß geschrieben. Wir kamen bereits in den Genuss mehrere Footballspiele der Universitätsmannschaft “Aztecs” im Quallcomm Stadium. Auch Basketball, Baseball und Volleyball sind am Campus vertreten. Insgesamt gibt es 17 verschiedene Universitätsmannschaften. Wer am Abend nach Unterhaltung sucht wird auch schnell fündig. Die beste Adresse ist entweder San Diego Downtown bzw. das “Gaslamp Quater” oder auf “Garnet Ave”, einer Partymeile am Paficifc Beach. Allerdings ist es hier ratsam sich bereits früh auf den Weg zu machen, die meisten Clubs und Bars schließen bereits zwischen halb zwei und zwei Uhr. Weiterhin ist das konsumieren von Alkohol in der Öffentlichkeit verboten.
Hull, University of Hull, UK
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University of Hull
- www.hull.ac.uk
- 16.000 Studenten
- 1927 gegründet
Kingston upon Hull
- 243.595 Einwohner
Es berichten Enis Lütkenhöner und Maik Hille
Knapp 9000 km weiter westlich studieren Enis Lütkenhöner und Maik Hille an der University of Hull, im Nord-Osten Englands. Hull ist eine ehemalige Fischerei-Stadt mit etwa der Größe von Münster. Im Studiengang BSc Financial Management & Economics dreht sich alles um das Thema Finanzen in einem internationalen Kontext. An einer Triple-Crown Business School studieren zu können ist schon ein einmaliges Erlebnis. Gerade einmal 50 Business Schools weltweit können sich zum Kreis dieser 3-fach akkreditierten Business Schools zählen. Ein zentraler großer Campus, altehrwürdige Gebäude mit Klinkerfassaden, weitläufige Grünflächen (der englische Rasen ist wirklich so gut wie sein Ruf!) und ein sehr internationales Publikum an Studenten und Dozenten lassen eine großartige Atmosphäre entstehen.
University of Hull
Dabei gibt es auch eine ganze Reihe an Ungewohntem. Sicherlich fahren die Briten auf der „falschen“ Seite, ihre Essgewohnheiten unterscheiden sich auch immer wieder von denen Kontinentaleuropas, das Wetter ist mindestens so kalt und regnerisch wie vermutet und der Akzent im Norden Englands hat auch so seine Tücken, jedoch stößt man hier auf äußerst freundliche und zuvorkommende Menschen. Genauso gewöhnungsbedürftig aber nicht weniger sympathisch ist die „Sorry, thank you, please“ Redensart der Briten. Hat man diese Eigenart erst einmal durchschaut, liegt man fast immer mit einem der Wörter richtig.
Das Studium ist ebenfalls anders aufgebaut. Es wird deutlich mehr selbstständiges Studium mit readings, essays, presentations etc. verlangt. Die Stundenpläne versprechen auf den ersten Blick viel Freizeit. Die Lücken müssen jedoch diszipliniert mit dem Selbststudium verbracht werden da man sonst schnell den Anschluss verpasst oder gar aus Seminaren oder Tutorials ausgeschlossen werden kann.
Besonders gefällt uns das Modul „management consulting“. Im Wintersemester wird hier die theoretische und methodische Basis in den Vorlesungen gelegt. Im Sommersemester wird dann der gesamte Kurs mehrere Unternehmen im Umkreis über 3 Monate beraten und spezielle Problemstellungen bearbeiten. Zu guter Letzt hat man die Möglichkeit im Anschluss von dem Chartered Management Institute als Unternehmensberater zertifiziert zu werden. Wir hoffen neue Methoden und Ansätze kennenzulernen, aber auch unsere bisherige Erfahrung gewinnbringend zu nutzen.
University of Hull
Wer vom Studium eine Auszeit braucht, dem werden unzählige Möglichkeiten geboten sich abzulenken. Das Nachtleben ist besonders reizvoll. Auf dem Campus bietet sich hierfür eine universitätseigene mehrfach ausgezeichnete Diskothek an, mehrere Bars, sowie zahlreiche Pubs, Cafés, Restaurants und Clubs gibt es in der näheren Umgebung und im city centre. Außerdem bietet die University ein enormes Angebot an social oder sport societies an. Insgesamt sind es über 200 verschiedene societies. Dies ist nicht nur eine tolle Gelegenheit seine Hobbies weiter auszuüben sondern auch um neue Leute kennen zu lernen. Die beiden Wahl-Briten sind der Finance Society beigetreten, welche Vorträge internationaler hochkarätiger Firmen des Finanzsektors organisiert. Enis Lütkenhöner wird außerdem für das Universitäts-Team in der Tennis Liga gegen andere Universitäten aufschlagen.

